Wie gross ist deine Vorsorgelücke, und was tun?
Von Finanzli-Redaktion · Veröffentlicht am 27. August 2026 · 3 Min. Lesezeit
Fast alle wollen wissen, ob das Geld im Ruhestand reicht. Die Vorsorgelücke gibt darauf eine Zahl. Dieser Text zeigt, wie du sie grob schätzt und was du danach konkret tun kannst.
Was ist die Vorsorgelücke?Abschnitt verlinken
Die Vorsorgelücke ist der Betrag, der dir im Ruhestand pro Jahr zu deiner Zielrente fehlt. Sie ist die Differenz zwischen der Zielrente und dem, was AHV und Pensionskasse zusammen zahlen. Ist die Summe der beiden Renten kleiner als die Zielrente, hast du eine Lücke.
Ein Beispiel: Bei 100'000 Franken letztem Lohn und einer Zielrente von 60 Prozent brauchst du 60'000 Franken pro Jahr. Zahlen AHV und Pensionskasse zusammen 48'000 Franken, fehlen 12'000 Franken pro Jahr oder 1'000 Franken pro Monat.
Wie viel Rente ist genug?Abschnitt verlinken
Als Richtwert gelten rund 60 Prozent deines letzten Bruttolohnes. Die Bundesverfassung verlangt, dass AHV und Pensionskasse zusammen die gewohnte Lebenshaltung ermöglichen, und das wird verbreitet als etwa 60 Prozent ausgelegt.
60 Prozent ist kein gesetzlich fixer Wert. Wer im Alter eine abbezahlte Wohnung hat und tiefe Fixkosten, kommt oft mit weniger aus. Wer Miete zahlt oder hohe Krankenkassenprämien hat, braucht eher mehr. Setz die Zielrente also nach deiner erwarteten Ausgabensituation, nicht nach einer Faustregel allein.
Warum ist die zweite Säule oft der grösste Hebel?Abschnitt verlinken
Die AHV ist nach oben gedeckelt. Ab rund 90'000 Franken Jahreslohn steigt die AHV-Rente nicht mehr. Alles darüber muss aus der Pensionskasse und der dritten Säule kommen.
Dazu kommt der Koordinationsabzug von 26'460 Franken: Nur der Lohn darüber ist in der Pensionskasse versichert. Bei tiefen Löhnen und bei Teilzeit bleibt so ein grosser Teil des Einkommens unversichert. Genau dort entsteht die Lücke, und genau dort wirken ein Einkauf in die Pensionskasse oder eine bessere Kasse am stärksten.
Wie genau ist eine solche Schätzung?Abschnitt verlinken
Eine schnelle Schätzung rechnet die Pensionskasse oft nur mit dem gesetzlichen Minimum. Viele Kassen zahlen mehr als das Obligatorium, deshalb ist deine echte Lücke meist kleiner als der geschätzte Wert.
Die Schätzung ist eine Grössenordnung, keine Zusage. Für den verbindlichen Wert zählen die Rentenvorausberechnung deiner Ausgleichskasse und der Ausweis deiner Pensionskasse. Teuerung, Steuern auf der Rente und deine Lohnentwicklung sind in einer groben Rechnung nicht enthalten.
Wie viel Kapital deckt die Lücke?Abschnitt verlinken
Als grobe Orientierung teilst du die Jahreslücke durch 4 Prozent. Bei 12'000 Franken Lücke pro Jahr sind das rund 300'000 Franken, die du zusätzlich brauchst, um die Lücke dauerhaft aus dem Vermögen zu decken.
Das ist eine Faustregel, keine Anlagegarantie. Sie hilft dir aber einzuordnen, ob deine Lücke mit Sparen und Säule 3a erreichbar ist oder ob du beim Rentenalter oder bei der Zielrente nachjustieren musst.
So gehst du vorAbschnitt verlinken
- Schätz die Lücke mit deinem heutigen Lohn, deinem Alter und deinem geplanten Rentenalter.
- Hol den Pensionskassenausweis hervor und trag die dort ausgewiesene voraussichtliche Rente ein, statt mit dem Minimum zu rechnen.
- Prüf einen Einkauf in die Pensionskasse erst, wenn die Lücke ihn rechtfertigt. Ein Einkauf senkt die Steuern, bindet das Geld aber bis zur Pensionierung.
- Nutz die Säule 3a aus, bevor du frei sparst. Die Einzahlung ist vom steuerbaren Einkommen abziehbar.
- Rechne eine Frühpensionierung separat durch. Jedes Jahr früher senkt die Rente und verlängert die Bezugsdauer.
- Wiederhol die Rechnung alle paar Jahre oder nach einem grossen Wechsel bei Lohn, Pensum oder Familie.